Leseprobe des Buches: "Lebe deinen Traum Schicksalaschläge inbegriffen"
Kapitel 1 –Afrika Seite 11
Kapitel 1 – Afrika
Schwarz, tiefes dunkles Schwarz, so dass ich keine
Hand vor den Augen sehen kann. Und weder der
Mond noch die Sterne sind zu sehen. War oder bin
ich denn überhaupt draußen? Ich spüre den harten
Boden unter mir, die Hüftknochen schmerzen. Die
Hitze ist fast unerträglich, Schweißperlen laufen
über mein Gesicht und brennen in meinen Augen.
Schwarze Nacht umgibt mich. Die Zunge klebt an
meinen Gaumen, steif und fast gefühllos nehme ich
sie nur bei halbem Bewusstsein war. Ich versuche
zu schlucken, doch es gelingt mir nur schwer und
es erzeugt Schmerzen. Ein brennender Schmerz
durchfährt meinen trockenen Hals. Durst, ich habe
fürchterlichen Durst. Ich will es aussprechen, will
es sagen „Ich habe Durst, bitte gebt mir Wasser“,
doch meine Kehle versagt total und nur ein
verstümmeltes Ächzen ist zu hören. Ich versuche
mich zu konzentrieren, versuche mich zu erinnern,
wo ich bin und was mit mir geschehen ist.
Ich höre, ich höre in der Nähe die Grillen zirpen
und ich weiß, es ist zu heiß für sie. Deswegen
schlagen sie mit den Flügeln um Kühlung
herbeizuschaffen, das wiederum erzeugt das laute
Zirpgeräusch. Aber ich weiß weder, wo ich bin,
noch weiß ich, was geschehen ist. Durst, der Durst
verlangt alles von mir. Ich muss Wasser haben.
Meine Hände suchen vorsichtig und zitternd den
Boden ab und stoßen nur durch Zufall an einen
Gegenstand, der sich bei näherem Befühlen als
Kapitel 1 –Afrika Seite 12
Konservendose mit Wasser herausstellt. Vorsichtig
und mit beiden Händen führe ich das Gefäß mit
dem kostbaren Nass an meinen Mund, die Lippen
sind fast gefühllos und das Wasser ist weder erfrischend
noch wohltuend, wie ich es gerne hätte.
Es ist warm, schmeckt bitter und salzig. Der
Schluckvorgang löst nicht geahnte Schmerzen aus,
aber irgendwann ist das egal. Hauptsache ist, der
Durst wird gelöscht. Es fährt ein Klumpen durch
meinen Hals und ich weiß nicht, was es ist.
Später am Tag, wenn es hell sein wird, werde ich
feststellen, dass es eine große Küchenschabe, eine
dieser braun glänzenden daumengroßen Kakerlaken,
war, denn in der Büchse befinden sich noch
mehr der Tiere. Mein Körper zittert und mir wird
fürchterlich kalt, dann wieder heiß. Abwechselnd
und in nur kurzen Abständen durchfährt es meinen
Körper - die Hitze und die Kälte. Ausgelaugt und
niedergeschlagen schlafe ich wieder ein, um kurze
Zeit später wieder durch einen Alptraum geweckt
zu werden.
Wie lange liege ich schon hier, was ist passiert mit
mir, wo genau befinde ich mich? Viele Fragen, die
nicht beantwortet werden. Das Dröhnen in meinem
Kopf, die Schmerzen in meinen Gelenken, die
Schweißausbrüche, das Zittern meines Körpers und
das Klappern meiner Zähne. Es kommt in unterschiedlichen
Abständen, durchfährt meinen Körper
bis zur totalen Erschöpfung. Schlafen, ich muss
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